GastschülerInnen Information

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Das Angebot

   Die Deutsche Schule Hermannsburg bietet interessierten ausländischen Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit an, ein halbes bzw. ein ganzes Jahr als Gastschüler an der DSH zu verbringen.
   In den folgenden Zeilen möchten wir Sie auf einige der Angebote aufmerksam machen, die Hermannsburg für Gastschüler bereithält. Außerdem wollen wir Sie über unsere Erwartungen bzw. die Pflichten unserer Gastschüler informieren. Da die Mehrzahl der Interessenten für die zehnte, elfte oder zwölfte Jahrgangsstufe in Betracht kommen, beziehen wir uns in den Detailinformationen nur auf diese.


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Allgemeines

   Die Schüler werden die Schule besuchen und im Jungen- oder Mädcheninternat wohnen. Außerdem wird eine Familie gesucht, die sich bereit erklärt, als Gastgeber zu fungieren. Dies ist formell zur Erteilung des Visums nötig. Außerdem muss diese Familie von Ihnen eine Vollmacht erhalten, um im Krankheits- oder Verletzungsfall ärztliche Versorgung veranlassen zu dürfen. Die Familie soll den Gastschüler gelegentlich v.a. an Wochenenden zu Ausflügen mitnehmen. Sollten sich extra Unkosten aus diesen Unternehmungen oder eventuell aus Urlaubsreisen ergeben, so wird die Schule vermittelnd tätig. Angestrebt wird, dass diese Familie in der ersten Zeit ein verlässlicher Bezugspunkt des Gastschülers ist und dass sich in der Folgezeit ein enges Vertrauensverhältnis der Familie zu dem Gastschüler und dessen Eltern entwickelt.
   Trotz des Namens der Schule ist die Deutsche Schule Hermannsburg eine südafrikanische Schule. Südafrikanische Schulen sind generell stark vom englischen Schulsystem geprägt, so auch Hermannsburg (private Internatsschule, Schuluniform, zahlreiche Sportwettkämpfe usw.). Die Verkehrssprache ist Englisch, obwohl die Schulleitung und die meisten Lehrkräfte, die Heimeltern und das Verwaltungspersonal sowie einige Schüler fließend Deutsch sprechen können. Alle Fächer, mit Ausnahme von Deutsch, werden in englischer Sprache unterrichtet. Der Unterricht in Deutsch als Muttersprache (DaM) wird in jeder Jahrgangsstufe in einer kleinen Gruppe in Anlehnung an deutsche Lehrpläne von in Deutschland ausgebildeten Fachlehrkräften erteilt.
   Die Schülerklientel der DSH stammt aus verschiedenen Kulturen. SchülerInnen mit deutschem, englischen oder (seltener) afrikaansem Hintergrund und weißer Hautfarbe stellen die Mehrheit. Etwa ein Drittel der SchülerInnen haben eine schwarze Hautfarbe und sind überwiegend Zulus, aber auch Xhosa, Sotho u.a. Etwa zehn Prozent sind indischer Abstammung. Die Jugend der ’rainbow nation’ geht damit heutzutage erfreulich unverkrampft um. Ungeachtet des multikulturellen Hintergrundes bzw. der religiösen Zugehörigkeit oder Überzeugung sind die morgendlichen Andachten (15 Minuten vor Unterrichtsbeginn) und der Religionsunterricht (evangelisch) verpflichtend. Der Religionsunterricht und das Fach "Counselling" (Lebens-, Berufsberatung, Ethik) werden durch die Umgestaltung des südafrikanischen Schulwesens künftig Teile des Faches "Life Orientation".
   Die ländliche Umgebung der Schule bietet ein großes Maß an Bewegungsfreiheit, idyllische Natur und Sicherheit. Da Ablenkungsmöglichkeiten, wie eine Stadt sie bietet, hier weitgehend fehlen, ist die soziale Integration von besonderer Bedeutung, damit sich der Gastschüler wohl fühlt. Neben dem Schulunterricht gibt es eine Vielzahl an Wahlunterricht, AGs und Sportmöglichkeiten, die dies erleichtern können. Für Privatunterricht in Musik, Reiten oder Tennis fallen jedoch zusätzliche Kosten an.
   Generell erwarten wir von den GastschülerInnen, dass sie sich bemühen, sich in die Klassengemeinschaft und das Schul- und Heimleben zu integrieren, und dass sie sich an die Schul- und Heimregeln halten (weitere Informationen hierzu s. Anlage: Schul- und Heimordnung).
   Sollten fachliche Voraussetzungen in Unterrichtsfächern fehlen, so erwarten wir die Bereitschaft, die Lücken zu schließen, damit der Gastschüler dem Unterricht folgen kann. Unsere Lehrer werden dazu in begrenztem Umfang Anleitung und Hilfestellung geben, können aber natürlich keinen zusätzlichen Individualunterricht erteilen. In Fächern, in denen regelmäßiger Nachhilfeunterricht ohnehin vorgesehen ist (zur Zeit in Mathematik), wird auf diesen verwiesen.
   Gastschüler nehmen von Anfang an an allen Prüfungen teil. Wie die Prüfungen gewichtet und gewertet werden, liegt im Ermessen der Lehrkraft. Sie wird die Vorkenntnisse und die sprachlichen Fertigkeiten des Gastschülers berücksichtigen. Ein Zeitraum von drei bis acht Wochen ist in der Regel ausreichend, um sich einzugewöhnen.
   Mehr als maximal zwei Gastschüler pro Jahrgang werden grundsätzlich nicht aufgenommen.
   Unser Schuljahr beginnt in der Regel Mitte Januar und endet in den ersten Dezembertagen. Es ist nicht in Halbjahre, sondern in vier Quartale eingeteilt, an die sich längere oder kürzere Ferien anschließen. Zeugnisse gibt es nach dem 1., 2. (Halbjahreszeugnis) und vierten Quartal (Jahreszeugnis).
   Der Vormittagsunterricht findet von 7:20 bis 13:40 Uhr statt. Er umfasst neun Unterrichtsstunden. Sportunterricht wird am Nachmittag erteilt.
   Bitte beachten Sie, dass im Januar Hochsommer und im Juli Winter ist. Die Winter sind in Hermannsburg trocken und aufgrund der Höhenlage (ca. 1100 m) kalt. Nachtfrost ist keine Seltenheit. Die Sommer sind nicht übermäßig heiß (selten über 32oC). Häufig ist es gegen Abend nebelig und gelegentlich gibt es Gewitter mit heftigen Regenschauern. In Hermannsburg und im ferneren Umland gibt es keine Malaria.
   Auf Wunsch kann die Schule Kontakt zu ehemaligen Gastschülern vermitteln.


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Einzelheiten zu den Unterrichtsfächern

An der DSH werden folgende Fächer mit folgenden curricularen Schwerpunkten (Stand 9. 2006) unterrichtet:

Verpflichtend zu belegende Fächer

Mathematik (6,5 Wochenstunden)
10. Klasse:
Zinsrechnung; Geometrie: Geraden, Vielecke, Transformationen; Algebra: Zerlegung (Faktoren), Funktionen, Gleichungen, Ungleichungen (linear); Statistik; Wahrscheinlichkeitsrechnung
11. Klasse:
Zinsrechnung; Geometrie: Transformationen; Trigonometrie; Algebra: Potenzen und Wurzeln, Funktionen, Gleichungen und Ungleichungen (quadratisch); Statistik; (Wahrscheinlichkeitsr.)
12. Klasse:
2007: Logarithmen, Folgen und Reihen, Geometrie: Ähnlichkeit; Koordinatengeometrie, Trigonometrie: zusammengesetzte Winkel; Differentialrechnung
2008: Logarithmen, Folgen und Reihen, Umkehrfunktionen, Faktorensatz, Differentialrechnung, Linear Programming, Trigonometrie: zusammengesetzte Winkel; Statistik; (Wahrscheinlichkeitsrechnung), (Kreisgeometrie)
Englisch (6 Wochenstunden )
10. Klasse:
Essays: narrative, descriptive, discursive; Literature: short stories, Shakespeare, film study, novel. Tests: comprehension, summary, literature, literary essays, language
11. Klasse:
Various essays and other writing (report, letters etc.). Literature: Novel, Shakespeare, Poetry. Tests: comprehension, literature and literary essays, language
12. Klasse:
Different types of writing. Literature: Novel, Shakespeare, poetry, film study. Tests: comprehension, literature and literary essays, language
Deutsch (5,5 Wochenstunden)
10. Klasse:
Erweiterte Inhaltsangabe (mit textanalytischen und interpretierenden Zusatzfragen) Dialektische Problemerörterung, Literarische Charakteristik, (Reportage, Grammatiktest)
11. Klasse:
Erschließung eines epischen oder dramat. Textes, literarische Erörterung, (Sachtextanalyse), Erörterung (meist in Anschluss an einen Text), Gedichterschließung
12. Klasse:
(textgebundene) Erörterung, Sachtextanalyse, Texterschließung (Drama und Roman), lit. Charakteristik, literarische Erörterung
Life Orientation (3,5 Wochenstunden)
10. Klasse:
Selbstbild, -bewusstsein, -wahrnehmung, Lernmethoden, Fairness, Fitness, Berufswahl
11. Klasse:
Ziele setzen und planen, zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheitserziehung, Organisation von Veranstaltungen, Berufspraktikum
12. Klasse (2008):
Stress, Kommunikation, unsere Umwelt, Medien, Fitness und Berufe im Bereich Sport
Sport - Schwerpunktsportarten (4,5 Wochenstunden)
1. Quartal (Mitte Januar bis Anfang April): Schwimmen & Cricket
2. Quartal (Ende April bis Ende Juni): Hockey & Rugby
3. Quartal (Ende Juli bis Ende September): Leichtathletik
4. Quartal (Oktober bis Ende November): Schwimmen & Cricket
Informatik ( je 3 Wochenstunden)

Wahlfächer

(teilweise gleichzeitig in geteilten Klassen und sich daher gegenseitig ausschließend)
(Klasse 10: 5 Wochenstunden; Klasse 11: 5 WoStd.; Klasse 12: 5 WoStd.)

Biologie
10. Klasse:
Der Mensch und seine Umgebung; Wunder des Lebens - Verschiedenheit, Veränderung & Kontinuität; Zellen & Gewebe; Energiefluss in Lebewesen
11. Klasse:
Ökologie; Verschiedenheit, Veränderung und Kontinuität in Lebensformen; Mikrobiologie; Strukturen & Kontrollen der Lebensprozesse in Pflanzen und Menschen
12. Klasse:
Chemische Strukturen der wichtigen organischen Stoffe; Enzyme; Wasserhaushalt in Pflanzen; Photosynthese; Atmung; Ernährung; Hormone; Ausscheidung; Nervensystem mit Auge und Ohr; Thermoregulierung; Bevölkerungsdynamik
Geographie
10. Klasse:
Wetter und Klima, Geomorphologie, Bevölkerungs- Siedlungskunde; Kartographie
11. Klasse:
Wasser, Ökologie, Nachhaltige Entwicklung, Bevölkerungs- Siedlungskunde, Kartographie
12. Klasse:
Wetter & Klima, Erosionsprozesse und Landschaften, Siedlungsprozesse, Land und Leute (SA)
Buchhaltung/Betriebswirtschaft
10. Klasse:
Basic bookkeeping; Financial statements & interpretation of sole traders; Basic cost concepts; Ethics
11. Klasse:
(Must have 10. Klasse basic knowledge of bookkeeping) Bookkeeping of partnership & clubs; Financial statements and interpretation of partnerships & clubs; Cost concepts and workings of manufacturing concern; Internal control
12. Klasse:
(Must have 10. Klasse basic knowledge of bookkeeping) Bookkeeping of companies and close corporations; Financial statements and interpretation of companies & close corporations; Costing of manufacturing concern; Internal controls and systems; Ethics
Physik / Chemie
10. Klasse:
Basic concepts (changing subject of formula, converting units); Chemistry: Matter & materials (atoms as building blocks, particles constituting substances, observing, classifying & using materials), Chemical change (physical & chemical change, representing chemical changes); Physics: Mechanics (motion in one dimension, gravity & mechanical energy), Waves (sound and light, geometrical optics)
11. Klasse:
Chemistry: Matter & materials (atoms, molecules, gases), Chemical change (quantitative aspects, energy changes, types of reactions), Chemical systems (earth’s crust, the atmosphere); Physics: Mechanics (Newton’s Laws: 1st, 2nd, 3rd and universal gravitation), Waves (sound and light, geometrical optics), Electricity (electrostatics, current electricity)
12. Klasse:
Chemistry: Rates of reaction, energy in reactions, chemical equilibrium, acids and bases, organic chemistry, redox reactions; Physics: Static and current electricity
Musik
Music theory and practice on various instruments and voice

   Anstelle des Unterrichts in Afrikaans (5,5 Wochenstunden) kann der Gastschüler selbstständig für seine weitere/-n Fremdsprache/-n in Deutschland (z.B. Französisch, Latein) arbeiten. Die Bibliothek bietet ungestörte Arbeitsplätze. Lehrbücher sind mitzubringen.